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Friedhelm "Timo" Konietzka

Friedhelm Konietzka wurde am 2.8.1938 geboren. Mit dem Fußballspielen begann er beim VfB 08 Lünen . Der damalige BVB-Trainer Max Merkel entdeckte sein Talent und baute ihn in die Oberligamannschaft des BVB ein. Zusammen mit seinem Sturmpartner Jürgen "Charly" Schütz bildete er den torgefährlichsten Innensturm der Oberliga West.

Seine Spitznamen "Timo" erhielt Friedhelm Konietzka aufgrund seines kurzen Bürstenhaarschnitts, der an den sowjetischen General Timoschenko erinnerte.

Friedhelm Konietzka ging in die Fußballgeschichte ein, als er am 24. August 1963 beim Spiel zwischen Werder Bremen und Borussia Dortmund in der ersten Spielminute das erste Tor der neu gegründeten Bundesliga erzielte.
Dass er mit dem Tor Geschichte schrieb, realisierte er damals noch nicht. Das kam erst Jahre später", sagt Konietzka, der für das Tor einen goldenen Schuh erhielt. Kurios dabei: Von dem Tor gibt es keinen Film und kein Foto. "Damals waren noch nicht in allen Stadien Kameras. Wir spielten mit Dortmund auswärts in Bremen und die Fotografen standen hinter unserem Tor", so Konietzka. Mit einem BVB-Treffer hatten sie wohl nicht gerechnet.

In 100 Bundesligaspielen, die er für Dortmund und 1860 bestritt, erzielte der gebürtige Lüner 72 Tore. Diese Quote von 0,72 Treffern pro Spiel übertraf bislang nur einer: Gerd Müller, der "Bomber". Konietzka wurde gefeiert wie heute ein Miroslav Klose oder ein Lukas Podolski. Dass die heutigen Stars wesentlich mehr Geld verdienen als er früher, verbittert ihn keineswegs: "Hätte man uns damals zwei Million geboten, hätten wir sie auch genommen. Man muss den jungen Leuten heute zugute halten, dass sie enormen Stress haben – nicht nur auf dem Platz. Das ist ein Riesenspektakel geworden."

Dafür spielten die einstigen Stars unter viel schwierigeren Bedingungen, so Konietzka: "Wir hatten früher andere Bälle, andere Schuhe, keinen Physiotherapeuten, nur einen Masseur, keinen Sportarzt und wir haben bis Weihnachten gespielt, egal ob Schnee lag oder nicht." Wenn Konietzka an seine Zeit als Fußballer zurückdenkt, dann trotzdem vor allem mit Dankbarkeit: "Durch den Fußball kam ich aus dem Bergwerk, wo ich fünf Jahre lang malochte, zu meinem Traumverein Borussia Dortmund und konnte um die ganze Welt reisen, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen." Meisterschaften und Pokalsieger feierte er mit Dortmund und 1860 München, wohin er mit 27 Jahren wechselte. "Die Sechziger boten mir damals die Übernahme eines Lotto-Toto-Ladens an. Ich musste mir ja auch Gedanken machen, was nach meiner Karriere wird", erinnert sich Konietzka.

Allerdings schlug er stattdessen die Trainerkarriere ein und arbeitete später als Trainer für Borussia Dortmund, Bayer Uerdingen, FC Zürich und den Grasshopper-Club Zürich. Mit dem FC Zürich wurde er dreimal in Folge Schweizer Meister (1974-1976) und erreichte im Jahre 1977 auch das Halbfinale des Europacups der Landesmeister, in dem der FC Zürich gegen den FC Liverpool ausschied.

Bei den Eidgenossen lernte er auch seine jetzige Frau Claudia kennen, mit der er das Gasthaus "Ochsen" in Brunnen am Vierwaldstätter See bei Luzern betreibt. 1988 nahm Konietzka die Schweizer Staatsbürgerschaft an.

Fragt man Timo Konietzka nach seinem größten sportlichen Erfolg, so sprudeln aus ihm nicht sofort die Titel heraus, nicht die neun Länderspiele gegen große Nationen, wie Brasilien, Italien oder Jugoslawien, sondern eher ein Gag, den er zusammen mit seinem Mitspieler Jürgen "Charlie" Schütz bei Borussia Dortmund des öfteren ablieferte. Die beiden verwandelten die Elfmeter immer in Co-Produktion, Schütz stupste den Ball an, Konietzka verwandelte. "Die Schiedsrichter schauten sich verdutzt an, aber die Treffer zählten", lächelt der heute 67-Jährige schelmisch. Kürzlich versuchten die Franzosen Henry und Pires, diesen Gag in einem Premier-League-Spiel von Arsenal nachzuahmen – und blamierten sich bis auf die Knochen, denn der Spaß ging in die Hose.

Timo Konietzka verstarb am 12. März 2012 im Alter von 73 Jahren. Er litt an Krebs und hatte schon vor längerer Zeit angekündigt, die in der Schweiz erlaubte Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Im Beisein von Vertretern der Sterbehilfe-Organisation Exit nahm er dann einen Gift-Cocktail ein. Seine Todesanzeige verfasste er selber. Darin heißt es: „Ich möchte mich ganz herzlich bei Exit bedanken, die mich am Montagnachmittag von meinen Qualen erlöst und auf dem schweren Weg begleitet haben.“ Traurig sei er nur, weil er seine Frau, Kinder und Enkel hinterlasse. „Macht alle das Beste aus Eurem Leben! Meines war lang und doch so kurz.“



Beim BVB: 1958 - 1965

Größte Erfolge:
2 * Deutscher Meister, 1963 mit Borussia Dortmund, 1966 mit 1860 München
1× Deutscher Pokalsieger 1965 mit Borussia Dortmund

Anzahl Spiele/Tore für den BVB in
- Oberliga West: 110/79
- Endrunde um die Deutsche Meisterschaft: 11/8
- Bundesliga: 53/42
- Europa-Pokal: 11/6
- DFB-Pokal: 9/6
Gesamt: 194/141

Anzahl Spiele/Tore für die Deutsche Nationalmannschaft: 9/3