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Das Thema "Hilfsmittel im Fußball" hat uns nach der Ankündigung rund um den Videobeweis diesen zu Testzwecken einzuführen sehr interessiert. Wir haben dazu den SKY-Moderator Marc Hindelang in einem kleinen Interview befragt. 

BVB Freunde:
Am 18.10.2014 wurde das Freistoßspray zum ersten Mal eingesetzt, wie
sinnvoll findest Du dieses Spray und warum wird es in manchen, auch
sinnvollen Situationen doch nicht eingesetzt?

Marc Hindelang:
Ich finde es schon sinnvoll, weil dadurch doch die ständige Diskutiererei Zentimeter und der "Raumklau" durch die Spieler aufgehört hat.
Warum es manchmal doch nicht eingesetzt wird, kann ich nicht sagen. Ich denke das ist das Ermessen des Schiedsrichters, der eben abschätzt ob obiges gerade
eintritt oder nicht. Und wenn etwas zu häufig eingesetzt wird verliert es wohl auch an Wirkung...Ich sehe jedenfalls mehr Nutzen als Schaden dadurch.

 

BVB Freunde:
Die Torlinientechnik in der Bundesliga gibt es noch nicht so lange, wie
lautet dein erstes Fazit?

Marc Hindelang:
Hat ja lange genug gebraucht, bis sie endlich gekommen ist. Lustigerweise
warten wir ja noch auf den ganz speziellen, ganz knappen Fall.
Aber auch hier sage ich: Verbesserung.

BVB Freunde:
Nun soll der Videobeweis genau wie in der niederländischen Liga testweise
eingeführt werden, ein weiteres Hilfsmittel oder werden damit die Emotionen
und Aufreger weiter minimiert?

Marc Hindelang:
Mir hat noch keiner genau erklären können, wozu jetzt gut sein soll, dass
Fehler nicht korrigiert werden können. Sind das wirklich die Emotionen und
Aufreger, die den Fußball ausmachen? Die richten sich ja letztlich meistens
gegen den der entscheidet. Wenn also irgendwie mehr Gerechtigkeit entstehen
kann, bin ich klar für den Videobeweis in bestimmten Situationen - da finde
ich die Challenge- Regelung im Hockey gut - und dafür, dass es einen Extra-
Video-Schiedsrichter gibt. Das kenne ich von Eishockey- Weltmeisterschaften
und aus der NHL. Der "unsichtbare" Mann im Büro entscheidet - der
Spielleiter gibt die Entscheidung weiter, bleibt unbehelligt und kann sich
auf seinen Job konzentrieren. ann diskutieren wir nämlich über das
Wesentliche: Sportliche Leistungen und Fehlleistungen der Spieler.
Ich finde, dass da genug Emotionen drinstecken.

BVB Freunde:
Im Fußball geht es mittlerweile um Millionen, viele der
Fehlentscheidungen kosten sofort Geld und beeinflussen die Planungen der
Vereine. Kann sich der Fußball überhaupt noch Fehler leisten?

Marc Hindelang:
Muss er ja. Wenn ich sehe, wie viele Fehlentscheidungen in Managerbüros und
auf dem Platz getroffen werden, finden hier in der Summe wahrscheinlich mehr
Fehler statt, als durch die Schiedsrichter alleine. Wir werden also
weiterhin genug zu diskutieren haben. Ich finde aber trotzdem, dass eine
gute Planung und Strategie kaum durch eine einzige Fehlentscheidung zerstört
werden können.
Kurzfristige Ziele können beeinflusst werden, bei langfristige denke ich das nicht.

BVB Freunde:
Wie verändern die technischen Hilfsmittel im Fußball eure Arbeit als
Kommentatoren?

Marc Hindelang:
Es ist natürlich immer besser, wenn man sich auf eine verlässliche Quelle
stützen kann. Denn schlussendlich sind wir ja auch nur Zuschauer und bilden
uns als solche eine Meinung - die wir halt dann im Fernsehen rausblasen
dürfen - oder müssen. Das ist oft nicht so einfach, gerade bei 50/50
Situationen kann man dann eben auch falsch liegen. Da ich nicht gerne falsch
liege, freue ich mich natürlich über Hilfsmittel, wenn sie denn zuverlässig
sind.


Wir danken Marc für das Interview und hoffen das es euch gefallen hat. 

Foto: all-in.de