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Ich gebe ja zu, der Gedanke, dass Thomas Tuchel neuer Trainer wird, ging mir nicht so recht runter. Ein guter Trainer, ja, der aus ziemlich kleinen Mitteln ziemlich viel macht. Akribisch wird er bezeichnet, autoritär, ergebnisorientiert. Alles wichtige Eigenschaften für einen Trainer. Trotzdem hatte seine Verpflichtung ein „Geschmäckle“, wie man bei uns im Süden sagt. Man isst es, aber der Genuss hält sich in Grenzen.

Wer weiß, vielleicht war es der Schmerz darüber, dass der beste Trainer, den unser Verein je seinen Übungsleiter nennen durfte, gegangen ist. Und auch Enttäuschung. Es fühlte sich an, als würde er das Handtuch werfen, aufgeben. Das war man von ihm nicht gewohnt. Vielleicht war es auch gar nicht so. Vielleicht hat er wirklich den Draht zur Mannschaft verloren gehabt oder war mit seinem Latein am Ende. Ich für meinen Teil dachte, er würde nochmal durchstarten in der nächsten Saison. Dass er sich dagegen entschieden hat fiel ihm wahrscheinlich am schwersten. Daher auch Respekt und danke für die Entscheidung.

Beispiele wie Thomas Schaaf zeigen, dass es schädlich ist, einer Ära wegen ein halbtotes Konstrukt aufrecht zu erhalten. So hart es auch klingt: Manchmal ist es besser, wenn man die Kuh schießt, wenn sie keine Milch mehr gibt, statt sie künstlich am Leben zu halten. Am schmerzfreiesten ist es natürlich, wenn die Kuh selbst realisiert, dass sie gehen sollte. Egal, was die Fans sagen. Denn Thomas Schaaf und Konsorten lauschten den Fans und gaben nach. Die sportliche Talfahrt ab 2010 war das Ergebnis.

Wir führten ein Interview mit dem TV-Moderatoren Matthias Killing. Matthias ist Schalke Fan und wurde unter anderem auch zu unserem offenen Brief befragt. 

Der offene Brief, der auch Thema bei Sat.1 17:30 gewesen ist hat große Wellen geschlagen. Das ein Fanclub des BVBs den Schalkern die Hand reicht um damit ein respektvolles miteinander zu erreichen gab es zuvor noch nicht. War der Vormarsch gewagt? Wie stehst Du dazu?

Matthias Killing:
Ich finde, das ist genau der richtige Vormarsch. Als bekennender Schalker ist es in meinem Leben übrigens auch so, dass ich viele Freunde habe, die BVB-Fans sind. Ich habe oft und sehr gerne in Dortmund gearbeitet und habe immer großen Respekt gehabt vor der Entwicklung, die der BVB in den vergangenen Jahren genommen hat. Und: ich bin ein Kind des Ruhrpotts, geboren und aufgewachsen in Hagen. Ich bin eh der Meinung, dass wir im Ruhrgebiet alle zusammen halten sollten. Ich bin großer Fan eines respektvollen Miteinanders, deshalb finde ich den Vorstoß toll. Respekt dafür!

Als Schalke Fan hat man immer einen etwas anderen Blick auf den BVB. Wie siehst Du dort die aktuelle Situation?

Matthias Killing:
Sehr spannend. Mit Thomas Tuchel hat der BVB einen neuen Trainer, der die vielleicht größten Trainer-Fußstapfen aller Zeiten in Dortmund füllen muss. Aber: ich finde er ist ein toller Trainer, der in Mainz eine Menge bewegt hat. Wenn er das auch in Dortmund umsetzen kann - dann wird es riesig. Aber: er ist kein Entertainer wie Kloppo, daran werden sich die Dortmunder gewöhnen müssen. Wirtschaftlich ist es vorbildlich was in Dortmund passiert ist - da müssen wir Schalker sogar mit großem Respekt nach Dortmund schauen. Und die Stimmung im Stadion? Fast so gut wie bei uns… (lacht)

80.645 Plätze fasst unser Westfalenstadion, aber oftmals sind mehr zahlende Kunden vor Ort als man beim BVB zu denken glaubt. Wie kann so etwas sein ?
BVB Tickets sind heißbegehrte Ware! Bei Viagogo, Ebay und diverser anderer Portale sind die Karten schnell vergriffen und die Verkäufer machen ordentlich Kasse. Das nervt die Fans, das nervt den BVB und das nervt auch die Käufer, die gerne für den Originalpreis das Stadion besucht hätten.
Aber ja, es geht noch dreister! Das die Ordner in Dortmund nicht den besten Ruf genießen ist bekannt, zu lasche Kontrollen und hier und da mal Privilegien für Ultras sind keine Seltenheit. Auch das die Ordner dich mit Tickets auf die Süd lassen, die nicht für die Süd gedacht sind ist auch bekannt.
Ordner kassieren Karten ein

Viele Fans im Stadion haben sich schon immer mal gefragt, warum 2-3 Ordner die bereits entwerteten Karten einsammeln und damit für kurze Zeit verschwinden. Niemand muss seine Karte abgeben, aber viele tun es weil sie es nicht wissen. Was dann mit der Karte passiert, weiß Niemand.
Die Karte wird nochmals verwendet und durch den Ordner wieder vollwertig gemacht. Kosten für den Käufer liegen bei 25-100 Euro pro Stehplatzkarte. Ein Spiel gegen Bayern, Schalke, Madrid oder Barcelona kann so gerne mal 100 Euro kosten. Das Geld wird diskret übergeben und der Ordner tut ordentlich was für die Urlaubskasse. Im Schnitt werden pro Spieltag 20-30 Karten verkauft durch die Ordner, das macht bei einem Topspiel mal eben so 3000€ die auf dem Rücken des BVBs verdient werden.


Für mich momentan unvorstellbar – und mit dieser Meinung bin ich anscheinend auch nicht alleine. Denn erst am Sonntag hat Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gegenüber der Bild am Sonntag klargestellt, dass Aubameyang trotz des Interesses von internationalen Topklubs in Dortmund bleibt: "'Auba' bleibt bei uns. Er ist unverkäuflich". Eine Aussage, die wohl bei fast jedem BVB-Fan für erleichtertes Aufatmen gesorgt hat. So auch bei mir, das gebe ich an dieser Stelle gerne zu. Warum? Sind wir doch einmal ganz ehrlich und reflektieren einfach die momentane Situation bezüglich der Alternativen, die sich Tuchel im Sturm bieten. Da haben wir zum einen Adrian Ramos, der unter Tuchel eine neue Chance bekommen und sich zum gewünschten Hoffnungsträger entwickeln könnte, eventuell einen Marvin Duksch, der aufgrund mehrerer Verletzungen bislang leider nicht so richtig beim BVB durchstarten konnte und in der neuen Saison ebenfalls eine Chance bekommen könnte, und eben einen Pierre-Emerick Aubameyang, der insgesamt 57 Tore in insgesamt 97 Pflichtspielen für Dortmund schoss und sich mitunter in der letzten Saison zur Lichtgestalt im Abstiegskampf entwickelte. „Auba“ war und ist Gold wert – und dürfte vermutlich derjenige sein, der vom Weggang Ciro Immobiles am meisten profitiert. Immobile hätte die Möglichkeit gehabt, sich unter Tuchel noch einmal zu beweisen, doch hat sich für die Leihe zum FC Sevilla entschieden. Gut, Reisende soll man nicht aufhalten. Der BVB hat damit allerdings einen Stürmer weniger in den eigenen Reihen. Umso wichtiger ist es nun, die verbliebenen Angreifer – insbesondere „Auba“ – zu halten. Das wird nicht nur Watzke erkannt haben.

Wir brauchen den schnellen Mittelstürmer. Das hat vor allem die Rückrunde der letzten Saison nur allzu deutlich aufgezeigt. Ich weiß, keiner erinnert sich gerne an die vergangene Saison – gerade die Hinrunde möchte man am liebsten vergessen, aber auch solche Momente gehören zum Fußball. Zudem hat sich in eben jener Saison herauskristallisiert, wie wichtig Aubameyang für den BVB ist. Um Fakten sprechen zu lassen: „Auba“ ist unser Top-Torjäger gewesen (16 Tore gingen in der letzten Spielzeit auf sein Konto; zum Vergleich: Alex Meier ist mit 19 Toren Torschützenkönig der Saison 2014/15 geworden). Außerdem ist er mittlerweile ein echter Fan-Liebling und hat dank seiner Technik durchaus die Möglichkeit mit der Mannschaft eine gute nächste Saison zu spielen. Auch wenn die Interessenten FC Arsenal und Paris St. Germain heißen und angeblich gewillt sind, über 40 Millionen Euro Ablöse für ihn auf den Tisch zu legen – er wird und darf nicht gehen! Natürlich ist das ein verlockendes Angebot von zwei Spitzenvereinen, bei denen wohl jeder einzelne von uns sich geschmeichelt fühlen und zumindest ein klein wenig ins Grübeln geraten würde, doch der BVB will unseren schnellsten Dortmunder nicht gehen lassen. Sehr gut, wie ich finde! Beide Daumen hoch! Der Gabuner bringt immerhin alles mit, was wir gerade im Angriff gut gebrauchen können: Er ist schnell, flexibel in der Offensive einsetzbar und zudem noch torgefährlich. Tuchel könnte den Stürmer in seiner Entwicklung weiterbringen – ihn und die gesamte Mannschaft.

Foto: Kimimasa Mayama

Ehrlich gesagt verbinde ich mit dem Kontinent Asien nicht sofort und direkt den Fußballclub meines Herzens. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht. Auch wenn mir bekannt ist, dass durch den Wechsel von Shinji Kagawa das Interesse auf japanischer Seite am BVB kontinuierlich gewachsen ist und es seit 2014 zudem ein BVB-Büro in Singapur gibt, von wo aus der südostasiatische Markt erschlossen werden soll, stand ich der angesetzten BVB-Asienreise zu Beginn leicht skeptisch gegenüber.

Japan, Singapur, Malaysia – das sind mehr als 12 Stunden Flugzeit, Jetlag gibt es gratis oben drauf und die Tage dort drüben werden vermutlich alles andere als ein rein fokussierter Vorbereitungstrip. Natürlich werden die Jungs trainieren und sich an die Vorgaben halten (immerhin sind auch Testspiele angesetzt), dennoch steht hier auch die internationale Vermarktung mit im Fokus. Der BVB muss Präsenz zeigen, neue Sponsoren für sich gewinnen und ertragreiche sowie aussichtsvolle Partnerschaften knüpfen. Kann man sich da wirklich ausreichend auf die neue Spielzeit vorbereiten? Oder ist das eher Wunschdenken als Realität? So manch einer wird sich zu diesem Thema bereits seine Meinung gebildet haben und das Ganze vielleicht als sinnlose Zeitverschwendung oder unnützes Nacheifern deklariert haben. Ich bin der Ansicht, dass man dies nicht tun sollte.