Borussia Dortmund trifft derzeit nach Belieben. Nach den 6:0-Siegen gegen Warschau und Darmstadt, wurde Wolfsburg, am 04.Spieltag der Fußball-Bundesliga, vom BVB förmlich zerlegt und aus dem eigenen Stadion geschossen. Bis auf die Phase zwischen der 20., und der 58. Spielminute, zeigte der BVB eine gute, bis sehr gute Mannschaftsleistung und war vor dem Tor eiskalt und effektiv. Mit nun „09“-Punkten und einem Torverhältnis von 13:03 nach vier Liga-Spielen ist der BVB tabellarisch wieder oben mit dabei.

Personelle Situation und Startelf
BVB-Trainer Tuchel musste weiterhin auf fünf Spieler aufgrund verschiedener Verletzungen verzichten, nämlich Reus, Durm, Subotic, Schürrle und Bender. Die vier BVB-Spieler, Passlack, Merino, Sahin und Park nominierte der Dortmunder Coach nicht in den Kader für das Spiel gegen Wolfsburg. Gegenüber dem 6:0 am Wochenende gegen Darmstadt änderte der Borussen-Coach die Startelf auf insgesamt vier Positionen und schickte folgende 11 BVB-Akteure in die Partie: Bürki, Piszczek, Sokratis, Bartra, Schmelzer, Weigl, Dembélé, Guerreiro, Götze, Pulisic, Aubameyang.

Spielverlauf – Erste Halbzeit
Knapp 90 Minuten vor Spielbeginn gab es erst einmal einen großen Schrecken – sowohl bei den Wolfsburgern, als auch bei den Dortmundern. Im Stadion ertönte ein lauter Alarmsignal und nach einer kurzen Durchsage mussten alle Zuschauer, auch die beiden Mannschaften, das Stadion verlassen. Zum Glück stellte sich nur wenige Minuten später heraus, dass der Alarm ein Fehlalarm war und die Zuschauer und die beiden Teams konnten wieder in das Stadion hinein. Trotz der Vorkommnisse konnte das Bundesliga-Spiel zwischen Wolfsburg und Dortmund, welches von Schiedsrichter Siebert geleitet wurde, pünktlich um 20:00 Uhr beginnen. Bei trockenem Fußballwetter und angenehmen Temperaturen, führte der Gastgeber den Anstoß aus und der BVB spielte im ersten Durchgang in Richtung der gut 4.000 mitgereisten BVB-Fans, die die Mannschaft über die gesamten 90 Minuten lautstark unterstützten. Dortmund startete mit der Elf aus dem Champions-League-Spiel gegen Warschau und die Schwarz-Gelben trugen zum ersten Mal in dieser Spielzeit das neue und topaussehende Auswärtstrikot. Die Wölfe, bei denen der ehemalige BVB-Spieler Blaszczykowski die Kapitänsbinde trug, agierten im 4-2-3-1-System. Dortmund dagegen spielte bei eigenem Ballbesitz im 4-1-4-1-System – Weigl war der einzige defensive Mittelfeldspieler und Guerreiro fungierte als Spieler auf der 8er-Position. Hatte Wolfsburg den Ball, so änderte sich die Taktik vom BVB in verschiedenen Varianten. Von der ersten Sekunde an entwickelte sich eine sehr ansehnliche Bundesliga-Partie und die Zuschauer im Stadion und vor den TV-Bildschirmen sollten sehr interessante 90 Minuten zu sehen bekommen. Die erste Szene in dieser Partie gab es nach drei Minuten, als es zum Zweikampf zwischen Piszczek und Henrique im Strafraum kam – der Wolfsburger ging im 16er nach dem Duell gegen den Polen zu Boden, aber der Schiri gab völlig zu Recht keinen Elfmeter und ließ das Spiel weiter laufen. Nur eine Minute später hatte auf der anderen Seite der BVB seine erste Offensivszene und diese führte, wie schon zuletzt gegen Warschau und Darmstadt und sehr zur Freude aller Borussen, gleich zum Tor.



0:1 Guerreiro (04.Spielminute) – Der Dortmunder Innenverteidiger Bartra, der den Ball hatte, lief ein paar Meter nach vorne und exakt auf der Mittellinie, halblinke Position, spielte er einen Traumpass nach vorne, überwand dadurch teilweise die Vorder- und komplett die gesamte Wolfsburger Hintermannschaft und Guerreiro, der an die Kugel kam, lief auf das Tor von Casteels zu und mit einem sicheren, trockenen und überlegten Schuss brachte er das Leder ins Tor unter.

Erste Chance – erstes Tor – effektive Dortmunder. Genauso war es auch schon gegen Warschau und gegen Darmstadt, wo man in beiden Spielen auch nach wenigen Minuten mit der ersten Chance in Führung ging. Wolfsburg kassierte mit dem 0:1 am vierten Spieltag seinen ersten Gegentreffer in der Bundesliga-Spielzeit 2016/2017 und der Dortmunder Guerreiro erzielte seinen ersten Bundesliga-Treffer. Mit der Führung im Rücken versuchte der BVB, frühzeitig die Kontrolle und die Sicherheit im Spiel zu übernehmen. Die Wölfe schüttelten sich kurz und beschlossen sich, schnell eine Antwort zu finden. Und in der 08.Spielminute hätte der Gastgeber, ebenfalls mit der ersten Offensivaktion, fast den ersten Treffer und somit den Ausgleich erzielt. Über die rechte Strafraumseite spielte Blaszczykowski, den alle nur „Kuba“ nennen, das Leder in die Mitte, wo Gomez den Ball leicht berührte, diesen weitergab zu Henrique und der Brasilianer zog aus kurzer Distanz ab, aber Bürki hielt den Schuss klasse und verhinderte den Gegentreffer; die Dortmunder Hintermannschaft konnte anschließend einen Nachschuss der Wolfsburger verhindern und bereinigte so die Gefahrensituation. Nach 10 Minuten sah man schon eine sehr interessante Begegnung – beide Teams suchten den Weg nach vorne und keiner stellte sich hinten rein, um nur zu verteidigen. In der 12.Spielminute war dann aber BVB-Trainer Tuchel gezwungen, den ersten Wechsel vorzunehmen – Bartra, der das 1:0 mit einem Weltklasse-Pass vorbereitete, musste aufgrund einer Adduktorenzerrung verletzungsbedingt das Spiel vorzeitig beenden, wurde ausgewechselt und durch Ginter ersetzt. Und Ginter war es, der nur eine Minute später eine gute Chance für den BVB hatte – nach einem Foul an Dembélé auf der linken Seite, brachte Guerreiro den anschließenden Freistoß in den Strafraum, wo der Silbermedaillen-Gewinner von Rio zum Kopfball kam, aber der Ball flog am Ende über das Tor. Hätte Ginter das Tor getroffen, so hätte es nicht gezählt, da der Dortmunder bei der Ausführung der Standardsituation im Abseits stand. Nach einer Viertelstunde war es ein gutes, abwechslungsreiches Spiel – es ging hin und her und beide Teams waren nur darauf bedacht, schnell zu Offensivaktionen zu kommen. Wie bereits erwähnt, agierte der BVB bei eigenem Ballbesitz im 4-1-4-1-System – Weigl war einziger defensiver Mittelfeldakteur und Guerreiro, der normalerweise Linksverteidiger ist, pendelte zwischen der 6er- und der 8er-Position hin und her. Bei Angriffen schaltete sich der Neuzugang aus Lorient, wie auch in den letzten zwei Spielen, in der Offensive mit ein – bei Vorwärtsbewegungen der Wolfsburger unterstützte der Portugiese Weigl im defensiven Mittelfeld, um das Zentrum dicht zu machen. Beide Teams spielten häufig über die Außen und versuchten von dort aus, zu Chancen und zu Toren zu kommen. In der 17.Spielminute gab es den nächsten Borussen-Angriff und dieser führte zum vielumjubelten, nächsten Treffer.

0:2 Aubameyang (17.Spielminute) – Nach einem Einwurf von Schmelzer auf der linken Seite, landete der Ball bei Guerreiro, der die Kugel direkt und halbhoch perfekt per Hacke zum Gabuner weiter leitete; Aubameyang ließ seinen Gegenspieler Bruma mit einer einfachen Körpertäuschung stehen, ging an ihm vorbei, drang in den Strafraum ein und mit einem überlegten Schuss per Innenrist aus halblinker Position, brachte er das Spielgerät ins Tor unter und ließ Casteels keine Chance.

Nach mehr als einer Viertelstunde führte der BVB schon bereits mit 2:0 und die ersten Fans im und außerhalb des Stadions, die dieses Spiel sahen, fragten sich, ob der BVB wieder sechs Tore schießen würde. Und der BVB blieb weiter am Drücker und versuchte, schnell das dritte Tor nachzulegen. Nur zwei Minuten nach dem Tor von Aubameyang verpasste Schmelzer, der erneut Kapitän auf Seiten der Borussen war, das 3:0 – Pulisic, der am Sonntag seinen 18.Geburtstag feierte, wurde angespielt und leitete die Kugel weiter zu Dembélé, der über links in den Strafraum lief, wartete, bis hinter ihm Schmelzer an ihm vorbeiging, spielte diesen an und der linke Verteidiger zog aus leicht spitzen Winkel im Strafraum ab und zwang Casteels zu einer starken Parade und verhinderte den nächsten Gegentreffer. Nach 20 Minuten sah man einen sehr stark aufspielenden BVB, der alles unter Kontrolle und alles im Griff hatte. Dortmund spielte extremes Pressing, störte Wolfsburg sehr früh im Aufbauspiel und wenn der BVB nach vorne spielte, ging es so rasend schnell, dass die Wölfe nicht hinter her kamen. Des Weiteren spielten die Schwarz-Gelben sehr variabel, in dem vorallem die Offensivspieler ständig die Positionen tauschten und das Kombinationsspiel sah sehr ansehnlich aus. Wolfsburg hatte vorerst überhaupt nix entgegen zu setzen und war erst einmal darauf bedacht, überhaupt in die Partie zu kommen. Und dies versuchten die Wölfe dann nach der ersten Hälfte im ersten Teil des Spiels, in dem sie den Ball ruhig und sicher in den eigenen Reihen hielten und durch Kombinationen in die Nähe des Strafraumes kamen. In der 23.Spielminute hatten die Gastgeber die nächste gute Chance, um zumindest erst einmal den Anschlusstreffer zu erzielen – Rodriguez brachte das Leder über links per Freistoß hoch und weit in den Strafraum; auf der rechten Strafraumseite, kurz vor dem Aus, legte Bruma das Leder direkt quer, wo Draxler auf Höhe des ersten Pfostens zum Schuss kam und die Kugel flog knapp am rechten Torpfosten vorbei. Von Minute zu Minute änderte sich das Spiel – Wolfsburg wurde mutiger, was das eigene Spiel betraf, verteidigte extrem hoch und störte nun den BVB bei deren Aufbauspiel sehr früh. Das Spiel verlagerte sich mehr und mehr in die Hälfte der Borussen, die sich mit dem 2:0 im Rücken anscheinend zu sicher fühlten und sich, aus welchen Gründen auch immer, zurückzogen. Zwar zwang der BVB hin und wieder den Wölfen zu Fehlern im Aufbauspiel, konnte aber daraus kein Kapital mehr schlagen. Auch auf Seiten der Schwarz-Gelben schlichen sich nach gut 25 Minuten die ersten Fehler und Unkonzentrationen beim Passspiel ein; man spielte nicht mehr zwingend genug und Offensivaktionen gab es keine mehr. Nach einer halben Stunde war es weiterhin ein sehr attraktives und vorallem spannendes Bundesliga-Spiel. In der 31. Spielminute hatte Gerhardt nach Vorarbeit von Vieirinha, auf Höhe der Strafraumkante, halbrechte Position, die nächste Schusschance, aber die Kugel ging über das Tor. Eine Minute später tauchte der BVB mal wieder im Strafraum des Gastgebers auf – Götze wurde auf halblinks im Strafraum angespielt, ging an seinen Gegenspieler vorbei und zog ab; der Schuss wurde noch von einem Wolfsburger Abwehrspieler abgefälscht, sodass Casteels am Ende keine Mühe, den Ball sicher zu halten. Wiederum nur eine Minute später vertändelte der BVB weit in der eigenen Hälfte den Ball und die Wölfe kamen zum nächsten Abschluss, aber der Schuss von Arnold ging am Ende, zum Glück für die Borussen, erneut weit über das Tor. Zwar waren die Wolfsburger nun aktiver im Spiel, aber so richtig gefährlich wurden sie vorerst nicht. Dortmund dagegen beschränkte sich vorerst nur darauf, das 2:0 zu halten und ließ Wolfsburg das Spiel machen.

Dennoch darf es nicht passieren, dass eine Mannschaft sich bei einer 2:0-Führung ausruht, sich zurück zieht und den Gegner das Spiel überlässt. Dass ist mit das Gefährlichste, was eine Mannschaft machen kann – und ein Gegner merkt das sofort, wenn die andere Mannschaft einen Gang runter schaltet und das Ergebnis nur noch verwaltet. Auch bei einem Zwei-Tore-Vorsprung darf man nicht locker lassen und muss auf das 3:0 gehen, um dann Ruhe im eigenen Spiel zu haben. Das muss der BVB-Coach Tuchel seinen Spielern noch klar machen, dass man sich nie ausruhen darf im Spiel, weil das, macht den Gegner am Ende nur stark und die führende Mannschaft bekommt unnötigerweise Probleme und macht womöglich das Spiel selbst wieder spannend.

Gut 10 Minuten vor Ende der ersten Halbzeit war es nun ein ausgeglichenes Spiel – die Wolfsburger, die sich mittlerweile in die Partie, sowohl spielerisch, als auch kämpferisch, hinein gefunden hatten, tauchten nun immer öfters in die Gefahrenzone der Borussen auf und der BVB war nur noch mit Defensivarbeit beschäftigt. Man merkte schon, dass ein Bartra, der früh das Feld verlassen musste, in der Abwehr fehlte und die Stabilität und Ordnung in der hintersten Reihe nicht immer gegeben war. Vorallem der eingewechselte Ginter verteidigte nicht immer sicher und brachte die eigene Mannschaft hin und wieder in Gefahr. In der 36.Spielminute verhinderte Bürki erneut ein Gegentor – Draxler spielte das Leder genau in die Schnittstelle der Dortmunder Abwehr und Gomez lief auf das Tor, halblinke Position, zu, zog ab und Bürki parierte zum wiederholten Male ganz stark. Beide Teams begaben sich in der Zwischenzeit auf Augenhöhe, wobei Wolfsburg drauf und dran war, das Spiel an sich zu reißen und die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Der einzige Unterschied beider Teams war die Verwertung der Chancen – Dortmund nutzte die Gelegenheiten vor dem Tor eiskalt und erzielte zwei Treffer; Wolfsburg dagegen, die auch einige gute Chancen hatten, schossen das Leder aus aussichtsreichen Positionen entweder neben oder über das Tor oder Bürki vereitelte mit starken Reaktionen den einen oder anderen Treffer der Gastgeber. Auffällig war, dass die Dortmunder Mannschaft nicht mehr ganz auf der Höhe des Spiels war; die Fehler häuften sich, man verlor zu schnell den Ball und stand fast nur noch hinten drin. In der 37.Spielminute spielte Guerreiro den Ball, gut 20 Meter, zentral vor dem eigenen Kasten, mit der Hand und es gab Freistoß für die Wölfe – Rodriguez schoss anschließend die Kugel hart und präzise auf das Tor, aber wieder war Bürki zur Stelle und parierte erneut stark. Das Spiel hatte sich komplett gedreht – die Wolfsburger waren, wenige Minuten vor der Pause, das bessere Team, hatte die besseren Chancen und waren nah dran am Anschlusstreffer. Vom BVB sah man, außer der Defensivarbeit, kaum noch was. Die BVB-Spieler standen zu weit weg von ihrem Gegenspieler; die BVB-Jungs waren immer ein Schritt zu langsam und konnten das Kombinationsspiel der Wölfe nicht stoppen, die nun selber viel Platz und Raum zum Kicken hatten. Dortmund schaffte es nicht mehr, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, um mal für ein bisschen Ruhe und Sicherheit im eigenen Spiel zu sorgen. Waren die ersten 20 Minuten noch stark gespielt von den Borussen, so war es danach kein guter Auftritt mehr und Dortmunds Coach Tuchel merkte an der Seitenlinie, dass das Spiel komplett zu kippen drohte. Kurz vor der Pause verzeichnete Wolfsburg gegenüber Dortmund ein Chancenplus – die Dortmunder lebten nur noch von ihrer Effizienz aus der Anfangsphase des Spiels. Die letzte Aktion vor der Pause hatten die Wölfe in der Person von Arnold, der es aus der zweiten Reihe probierte und die Kugel auf das Tor schoss – aber da stand einer, der nicht zu überwinden war und Bürki parierte auch diesen Versuch sehr gut. Nach exakt 45 Minuten und ohne Nachspielzeit pfiff der Schiri die erste Halbzeit ab und der BVB ging mit einer eher schmeichelhaften 2:0-Führung in die Kabine.

Spielverlauf – Zweite Halbzeit
Mit Anstoß für den BVB und einem Wechsel, Castro ersetzte Pulisic, ging es in die zweiten 45 Minuten. Und der Gastgeber aus Niedersachsen kam mit viel Druck aus der Kabine und versuchte, was in der ersten Halbzeit nicht gelang, den Anschlusstreffer zu erzielen. Die Wolfsburger schnürten den BVB tief in deren eigene Hälfte ein und Dortmund kam kaum noch zur Entlastung zu Beginn des zweiten Spielabschnitts. In der 50.Spielminute hatten die Schwarz-Gelben großes Glück und Wolfsburg vergab zwei hundertprozentige Chancen binnen weniger Sekunden – über die rechte Seite passte der eingewechselte Didavi das Leder in Richtung Strafraummitte und auf Höhe des zweiten Pfostens kam Draxler völlig frei zum Schuss, aber wieder hielt Bürki, den schon sicheren Treffer; im Nachschuss versuchte es Gomez aus Nahdistanz, aber irgendwie konnte erneut Bürki die Großchance vereiteln und mit viel Glück und Dusel konnte der BVB die brenzlige Situation klären. Mittlerweile hätte Wolfsburg mindestens ein Tor verdient gehabt. Die Dortmunder Führung wurde nach und nach immer schmeichelhafter und nur dank der großartigen Paraden von Bürki, lag Schwarz-Gelb noch vorn. Zwei Minuten nach der Doppel-Großchance gab es Ecke für Wolfsburg – nachdem der BVB die Standardsituation unzureichend klärte, kam der Wolfsburger Seguin aus der zweiten Reihe zum Schuss, aber die Kugel flog weit über das Tor. Wolfsburg bestimmte nun klar die Partie und war dem 1:2 deutlich näher dran, als Dortmund dem 3:0. Vom BVB kam in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit überhaupt nichts und war nur mit Defensivarbeiten beschäftigt, wobei die Abwehr bei Angriffen der Wölfe nicht immer gut aussah – teilweise standen die vier Abwehrspieler Schmelzer, Ginter, Sokratis und Piszczek zu weit weg vom Gegenmann, der kaum Mühe hatte, vorallem an den Außenverteidigern durch zu kommen. In der 53.Spielminute hielt der BVB den immer stärker gewordenen Druck der Wolfsburger nicht mehr stand und die Niedersachsen erzielten, zu diesem Zeitpunkt längst überfällig und absolut hochverdient, den 1:2-Anschlusstreffer.

1:2 Didavi (53.Spielminute) – Über die rechte Seite wurde Seguin angespielt, der viel Platz und Raum hatte; der Wolfsburger spielte das Leder in den Strafraum und auf Höhe des ersten Pfostens kam Didavi an den Ball und schoss ihn aus wenigen Metern und unhaltbar für Bürki, in das Dortmunder Gehäuse.

Das Spiel war nun wieder völlig offen und die Partie drohte, nun völlig, zugunsten der Niedersachsen zu kippen. Mit dem schnellen Tor in der zweiten Halbzeit, versuchte Wolfsburg anschließend, schnell den Ausgleich zu erzielen. Der Gastgeber erhöhte noch mehr den Druck und Dortmund musste nun richtig kämpfen und alles geben. Die Dortmunder Abwehr hatte nun so einige Probleme und man konnte einfach für keine Entlastung sorgen. In der 56. Spielminute gab es die nächste Chance für Wolfsburg – Draxler wurde angespielt, lief ein paar Meter nach vorne und zog dann aus 25 Metern, zentrale Position, ab und Bürki musste sich ganz lang machen, um den Ball zu parieren und den Einschlag ins eigene Tor zu verhindern. Bei der anschließenden Ecke köpfte Wollscheid, der kurz vor Transferschluss zu den Wölfen wechselte, das Leder auf das Tor, aber Bürki konnte das Spielgerät sicher halten. Und dann, mitten in der Drangphase der Wolfsburger, tauchte der BVB das erste Mal in der zweiten Halbzeit vor dem Tor von Casteels auf und erzielte, sehr zum Schock aller Wolfsburger-Anhänger, aber sehr zur Freude aller Dortmunder-Anhänger, den dritten Treffer an diesem Abend.

1:3 Dembélé (58.Spielminute) – Was für ein stark herausgespielter Konter, der am Ende mit einem Tor belohnt wurde. Links, auf Höhe der Mittellinie, spielte Götze den Ball stark zu Guerreiro, der anschließend das Auge hatte und mit einem tollen Außenristpass Castro perfekt in den Lauf bediente; der eingewechselte Dortmunder lief alleine auf das Tor zu und legte kurz vor Casteels den Ball im Strafraum rechts rüber zum mitgelaufenen Dembélé, der dann keine Probleme hatte, die Kugel in das leere Tor zu schieben.

Der BVB baute mit dem ersten gelungenen Angriff im zweiten Durchgang seinen 2-Tore-Vorsprung wieder aus. In der Wiederholung des Tores sah man allerdings, dass Dembélé beim Pass von Castro minimal im Abseits stand. Und plötzlich war der BVB wieder wach und drin im Spiel. Nur zwei Minuten nach dem 3:1 erspielte sich Dortmund den nächsten Konter heraus – Dembélé wurde auf der rechten Seite angespielt, schaltete seinen Turbo ein, marschierte nach vorne und im Strafraum ging er an zwei Gegenspieler vorbei und prüfte Wolfsburgs Schlussmann Casteels mit einem satten Schuss, der aber den Versuch abwehrte. Wiederum nur zwei Minuten später machte es ein anderer Dortmunder besser und unter großem Jubel erzielten die Schwarz-Gelben den nächsten Treffer.

1:4 Aubameyang (62.Spielminute) – Sokratis marschierte samt Ball halbrechts bis über die Mittellinie, spielte einen klasse Pass geradeaus und durch die Schnittstelle der Wolfsburger Abwehrreihe und Castro enteilte seinen Gegenspieler, lief nach vorne in den Strafraum und legte die Kugel schließlich quer zum mitgelaufenen Aubameyang, der aus wenigen Metern die Kugel über die Torlinie drückte.

Binnen vier Minuten und per Doppelschlag entschied der BVB die Partie, die spätestens mit dem Anschlusstreffer von Didavi, zu Ungunsten des BVB´s zu kippen drohte. Und die zwei Tore waren vom Spielverlauf und vom Zeitpunkt her für den BVB extrem wichtig, da Wolfsburg nah am Ausgleich schnupperte.

Aber Dortmund hat neue Stärken entwickelt in dieser Saison. Dortmund ist so effektiv, wie lange nicht mehr. Gegen Trier im Pokal, in der Bundesliga gegen Mainz, Darmstadt und in diesem Spiel gegen Wolfsburg und in der Königsklasse gegen Warschau schoss der BVB mit der ersten Chance das 1:0, oder mit den ersten Angriff im zweiten Durchgang dieser Partie das 3:1. Und die Tore in der ersten Halbzeit fielen alle zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Des Weiteren benötigt der BVB nicht mehr so viele Chancen, um zum Torerfolg zu kommen. Die BVB-Spieler sind vor dem Tor entschlossener und konzentrierter. Auffällig ist, dass mittlerweile so gut wie alle BVB-Akteure auf dem Platz Tore schießen können – nicht nur die Offensivspieler treffen, nein, auch die Abwehrspieler, wie Sokratis, Bartra und Piszczek haben in dieser Saison schon ein Tor erzielt. Wettbewerbsübergreifend erzielten 14 verschiedene BVB-Spieler schon mindestens einen Treffer in dieser Spielzeit. Dortmund ist in dieser Saison jederzeit in der Lage, ein Tor zu erzielen, auch in Phasen, wo das eigene Spiel nicht so rund läuft. Und dadurch, dass nun gefühlt alle Spieler treffen können, ist der BVB unberechenbarer geworden und schwerer auszurechnen. Der Gegner kann sich nun nicht mehr nur auf ein oder zwei bestimmte, torgefährliche Spieler richten. Vorallem die ganzen BVB-Offensivspieler strahlen so viel Torgefahr aus, dass es für den Gegner unmöglich ist, alle zu verteidigen. Und noch eine neue große Stärke ist hinzugekommen, nämlich die blitzartige Tempoerhöhung im eigenen Spiel, welche man in dieser Partie eindrucksvoll erkennen konnte – nach dem Wolfsburg den Anschlusstreffer erzielt hat, erhöhte der BVB in wenigen Augenblicken das schlagartig das Tempo, konterte zweimal mit höchster Geschwindigkeit und erzielte die Treffer zum 3:1 und 4:1.

28 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit war allen Wolfsburger Anhängern klar, dass die drei Punkte in den Ruhrgebiet gehen. Den Spielern von Wolfsburgs Trainer Hecking merkte man deutlich an, dass sie den Kopf nun hängen ließen und nicht mehr daran glaubten, was zählbares aus diesem Spiel mitzunehmen. Mit dem 4:1 änderte sich auch plötzlich die Partie – es ging auf einmal sehr ruhig auf dem Platz zu und der BVB hatte wieder alles im Griff, alles unter Kontrolle und diktierte das Spielgeschehen. In der 68. Spielminute vollzog der BVB-Trainer Tuchel den letzten Wechsel – Rode kam für den etwas blassen Götze in die Partie. 20 Minuten vor Ende der Partie hatte sich das Geschehen auf dem Rasen deutlich beruhigt. Der BVB ließ nun kontrolliert und sicher den Ball in den eigenen Reihen laufen und die Wolfsburger wussten, dass sie keine Chance mehr auf ein positives Ergebnis hatten. In der 73.Spielminute erspielte sich der BVB den nächsten Konter- Weigl bediente Piszczek auf der rechten Offensivseite und der Pole spielte das Leder in den Strafraumzentrum, wo Wolfsburgs Abwehrspieler Bruma den Ball vor den einschussbereiten Aubameyang gerade so zur Ecke klären konnte. Die anschließende Standardsituation brachte für den BVB, sehr zur Freude aller Borussen, den nächsten Treffer.

1:5 Piszczek (74.Spielminute) – Guerreiro führte die Ecke über links aus und im Strafraum stieg Piszczek hoch und köpfte das Leder aus gut 8 Metern, unhaltbar ins rechte obere Toreck.

Nun wurde es doch allmählich eine heftige Heimklatsche für die Wölfe. Das Ergebnis nach 75 Minuten spielgelte aber das Spiel nicht wieder, aber jeder Fußball-Fan weiß, dass in dieser Sportart nun mal nur die Tore zählen und nix anderes. Und die Borussen bestraften die Wölfe mit dem 3:1, 4:1 und 5:1, weil die Spieler Gomez, Arnold, Draxler und Co., ihre Chancen nicht nutzten. Der BVB war aufgrund der letzten drei Spiele zu einer richtigen Tormaschine geworden – insgesamt 17 Tore erzielte der BVB. 10 Minuten vor dem Ende änderte sich im Spiel nichts mehr – die Wolfsburger hatten sich längst geschlagen gegeben und der BVB konnte schon anfangen, ein bisschen die Kräfte zu schonen. Alle elf BVB-Akteure auf dem Rasen spulten ihr Programm nun clever, abgebrüht und abgezockt herunter. Die Frage, die sich nur noch stellte, war, ob der BVB noch ein sechstes Tor erzielen würde. Und Aubameyang hatte in der 82.Spielminute die Möglichkeit zum nächsten Treffer – Dembélé spielte das Leder zu Castro, der die Kugel rechts raus zu Aubameyang weiterleitete; der Gabuner gewann den Zweikampf und das Laufduell gegen seinen Gegenspieler Wollscheid und rechts im Strafraum zog der Dortmunder Stürmer ab und Casteels musste noch einmal sein ganzes Können beweisen und bewahrte mit einer starken Parade seine Mannschaft vor dem nächsten Gegentreffer. In der 86.Spielminute probierte Draxler nochmal sein Glück, aber den Schuss aus zentraler Position, gut 25 Meter vor dem Tor, konnte Bürki sicher festhalten. Wenige Augenblicke gab es noch einmal eine gute Kontersituation für den BVB, aber weder Aubameyang, noch Dembélé kamen am Ende zum Abschluss. Wenige Augenblicke vor Ende der Partie konnte man festhalten, dass der BVB 5 Tore bei 10 Torschüssen erzielte; Wolfsburg dagegen traf bei knapp 15 Torschüssen nur einmal. Ohne Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Siebert, der insgesamt eine gute Leistung ablieferte, das Spiel nach 90 Minuten ab und der BVB feierte den nächsten Kantersieg. Wenige Minuten nach Ende der Begegnung gab es noch eine wunderbare Szene mit viel Gänsehaut auf dem Rasen zu sehen – als die Dortmunder Mannschaft zu ihren Fans zum Feiern ging, skandierten die Borussen-Fans, „Kuba, Kuba, Kuba“ und der Ex-Dortmunder ließ es sich nicht nehmen, kam tatsächlich in die Dortmunder Kurve und ließ sich zu Recht von den ehemaligen Spielern und von den Fans feiern.

Persönliche Notenvergabe
Bürki (1,5), Piszczek (3,0), Sokratis (2,0), Bartra (2,5), Schmelzer (3,0), Weigl (2,5), Guerreiro (2,0), Dembélé (2,5), Götze (3,5), Pulisic (3,0), Aubameyang (2,0) / Ginter (4,0), Castro (2,0), Rode (3,0)

BVB-Spieler des Spiels
Bürki = Ein ganz starkes Spiel von unserer Nr. 1 – der BVB-Keeper hielt heute so gut wie alles, parierte mehrere Mal herausragend und verhinderte weitere Gegentore. Der Dortmunder Schlussmann war neben den Torschützen ein großer Garant dafür, dass der BVB als Sieger vom Platz ging und die nächsten drei Punkte einfuhr. Bürki hat gezeigt, was für ein starker Torwart er ist und drücken wir BVB-Fans ihm die Daumen, dass er weiter so gut hält, noch stärker wird und dem BVB mit vielen Paraden weiter zu Siegen führt oder diese festhält.

Das nächste BVB-Spiel
Ist Freiburg die nächste Mannschaft, die eine heftige Klatsche kassiert? Für Borussia Dortmund geht es bereits am Freitag, den 23.09.2016, weiter in der Bundesliga. Am 05.Spieltag der Spielzeit 2016/2017 erwartet der BVB, zu Hause im schönsten und geilsten Stadion der Welt, um 20:30 Uhr den Aufsteiger aus dem Breisgau, der in den ersten vier Ligaauftritten zwei Spiele gewann und zwei Spiele verlor.