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Max Michallek

Max Michallek wurde am 29.08.1922 in Dortmund geboren und war in den 50er Jahren ein Spieler, den wir uns heute sehr wünschen würden.

Er war einer, über den es auch neben den Fußball viel zu erzählen gab. Wegen seiner auffallend langen Beine nannte man ihn überall "Spinne". Im Jahre 1939 tauchte der Name Michallek zum ersten mal bei der Borussia auf, und er sollte viele Jahre lang neben Borussias erstem Nationalspieler August Lenz der Star im Team des BVB sein.

"Er war auch als Persönlichkeit eine Ausnahmeerscheinung. Irgendwie ein Star. Der stand, und das meine ich durchaus positiv, irgendwie neben der Mannschaft, keineswegs aber darüber. Ich habe die Elf einmal während eines Urlaubs 1949 beobachtet. Max Michallek sonderte sich irgendwie ab. Ich bin auch überzeugt, dass es für einen Trainer wichtig war, mit ihm auszukommen, nicht umgekehrt" erinnerte sich Heinz Stork, Mittelstürmer des legendären Bergarbeiterklubs VfL Altenbögge.

Der Erkenschwicker Stürmerstar der 40er und 50er Jahre Ludorf sagte über Michallek: "Ich habe ungefähr 7 Jahre gegen ihn spielen müssen. Das war mein härtster Gegener. Max war ein begnadeter Techniker, war außergewöhnlich schnell, schien eine Pferdelunge zu haben und hatte einen knallharten Schuss, gefürchtet waren vor allem seine Schüsse aus der zweiten Reihe. Er war im Spiel unberechenbar, da er sich auf jeden Gegenspieler einstellen konnte. Was mich bei Max aber besonders beeindruckt hat: Er lief von der ersten bis zur letzten Minute, auch dann, wenn Borussia haushoch führte." Aber Max Michallek war auch kein Kind von Traurigkeit. Immer einen Spruch auf den Lippen, dann und wann mal gerne einen zur Brust nehmend und keinem Streit aus dem Weg gehend.

In einem Vorrundenspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen BSV 92 Berlin, nahm die BVB Mannschaft ihren über und über mit Kohlenstaub bedeckten Spieler Max Michallek auf dem Berliner Hauptbahnhof in Empfang. Michallek hatte die Bahnreise seiner Mannschaft in den frühen Morgenstunden verschlafen. Als er zum Dortmunder Bahnhof kam, bestand für ihn nur noch die Möglichkeit, mit einem Kohlewaggon in Richtung Berlin zu reisen. Während der Fahrt half "Spinne" Michallek kräftig als "Hilfsheizer" aus und arbeite damit seine Bahnfahrt in "Naturalien" ab. Eine pricklige Situation gab es an der Zonengrenze zu überstehen: Russische Soldaten kontrollierten den Zug. Als Max ihnen mit Händen und Füßen erklären wollte, wer er sei, meinten die offenbar sportbegeisterten Soldaten: "Du Fußballer Michailow. Du weiterfahren". Der Hintergrund: Der Borussen-Vorstand hatte den Grenzposten bei der BVB-Einreise vor mehreren Stunden erklärt, daß wahrscheinlich noch ein weiterer Spieler - ein gewisser Max Michallek - zu erwarten sei und darum gebeten, ihn in die Sowjetzone einreisen zu lassen (das Spiel gegen BSV 92 gewann der BVB mit einem erstklassig gesäuberten Max Michallek 5:0).

Wie Erich Schanko gehörte auch Max Michallek zu den tragischen Figuren der verloren Meisterschaft 1949. Michallek hatte sich am linken Fuß verletzt und konnte zum Spielbeginn nur mit Mühe den Schuh anziehen. Da 1949 noch nicht ausgewechselt werden konnte mußte Michallek die Zähne zusammenbeißen.

Als Seitenläufer hatte er begonnen, aber in der Position des "letzten Mannes" erreichte der lange Max seine souveränste Leistung, mit seinem genialen Blick für die Situation und den freien Raum. Seine Traumpässe rissen immer neue Löcher in die Abwehr des Gegners. Außerdem trieb ihn ein unbändiger Offensivdrang. Von dieser Position aus dirigierte er die Mannschaft zu den beiden Deutschen Meisterschaften 1956 (4:2 gegen den Karlsruher SC) und 1957 ( 4:1 gegen den HSV). Im Endspiel gegen den HSV übernahm Michallek, damals schon 35 Jahre, die Aufgabe, den jungen Himmelsstürmer Uwe Seeler auszuschalten. Die Hamburger hatten vor dem Endspiel eine dicke Lippe riskiert, und auch "uns Uwe" meinte damals, seinen Senf dazu geben zu müssen. Als Michallek zu Beginn des Spiels neben ihm stand, sagte Seeler: "Na Opa, auch noch dabei?"
Michallek blieb die Antwort nicht schuldig. Er gab sie auf dem Spielfeld. Seeler bekam nicht den Hauch einer Chance und "Spinne" lenkte die Dortmunder Mannschaft zum Sieg. Nach dem Schlußpfiff ging er zu Seeler und sagte: "Gegen Dich spiele ich noch mit siebzig."

Bei all dieser Klasse fragt man sich: Warum wurde Max Michallek nie Nationalspieler? Es gibt viele Versionen. Ein Grund mag seine nicht einfache Art gewesen sein, und Herberger mochte solche Typen ja bekannterweise nicht gerne.
Tatsache ist, das Michallek einen Herberger-Lehrgang verpaßt hat, weil seine Frau erkrankt war. Die Entschuldigung kam wohl nicht richtig oder zu spät bei Herberger an, und damit war seine DFB-Karriere beendet, bevor sie begonnen hatte.

1960 beendete Max Michallek seine aktive Laufbahn, sollte aber nach dem mageren Abschneiden des BVB in den Jahren 1967 bis 1969 (14. und 16. Tabellenplatz!!) in der Saison 1969/70 als Trainerassistent zurückkehren. Das Trainergespann fand eine Mannschaft vor, die personell zwar noch überdurchschnittlich besetzt, innerlich aber zerstritten war.
Lindemann und Michallek schafften es trotz aller Probleme, die Mannschaft wieder zu stabilisieren, und hatten damit Erfolg. Man beendete die Saison mit dem 5. Tabellenplatz. Doch der Ausverkauf hatte längst begonnen und sollte weitergehen.
Hermann Lindemann verließ 1970 den BVB, und nach der Saison 1972/73 (Borussia war mittlerweile in die 2. Bundesliga abgestiegen) verließ auch Max Michallek den BVB.

Nach dem Ende seiner Karriere zog er sich ins Privatleben zurück. Max Michallek starb am 07.06.1985.

Beim BVB:
1947 bis 1960 als Spieler
1969 bis 1973 als Trainerassistent

Größte Erfolge:
2 * Deutscher Meister 1956 und 1957 mit Borussia Dortmund

Anzahl Spiele/Tore für den BVB in
- Oberliga West: 293/17
- Endrunde Deutsche Meisterschaft: 21/3
- Europapokal: 9/0
Gesamt: 323/20