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Sigi Held

Sigfried Held wurde am 7. August 1942 in Freudenthal im Sudetenland geboren. Er ist unverkennbar, sein Markenzeichen sind ohne Frage die buschigen Augenbrauen. So schreibt D. Schulze-Marmeling in seinem Buch "Die Geschichte von Borussia Dortmund" sogar scherzhaft, dass Held als kleiner Junge in den Abwasserkanal einer Augenbrauenfabrik fiel.
Sein ganzes Leben lang begleitete er den Fußball, als Spieler, als Vereinstrainer, als Nationaltrainer, als WM-Botschafter und schließlich als Fanbeauftragter.

Die aktive Laufbahn des 1,80m großen, aber dribbelstarken Stürmers wurde von zwei Vereinen geprägt: Kickers Offenbach und Borussia Dortmund. Seine größten Erfolge feierte er jedoch ohne Frage mit dem BVB.
1965 wurde Sigi Held im Alter von 23 Jahren vom damals amtierenden DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund unter Vertrag genommen. Held kam von Kickers Offenbach, hatte aber einen Vertrag bei Hertha BSC unterschrieben. Da Hertha in der Saison abstieg, musste der Vertrag nicht erfüllt werden, aber da Held von Hertha ein Handgeld kassiert hatte, wurde er vom DFB mit einer vierwöchigen Sperre belegt. Er war seinerzeit der erste Spieler des BVB, der nicht aus dem Ruhrgebiet oder zumindest aus Westdeutschland stammte.

In seiner ersten Saison gelangen ihm gleich 11 Tore, und der BVB wurde Vizemeister. Aber noch wichtiger: Als erster deutscher Verein gewann der BVB einen Europapokal, durch den legendären 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen den favorisierten FC Liverpool. Die Torschützen damals: Sigi Held und Stan Libuda. Bis 1971 blieb Held beim BVB, von 1968 bis 1971 war er sogar Kapitän. Danach wechselte er wieder zurück zu den Offenbacher Kickers und war in der Saison 1971/72 an der Seite von Erwin Kostedde maßgeblich am Aufstieg der Kickers in die Bundesliga beteiligt. Weil er für die Kickers in der Aufstiegsrunde spielte, konnte er 1972 nicht an der EM teilnehmen.
1977 kam er wieder zurück zum BVB, wo er bis 1979 blieb und in 47 Spielen 3 Tore erzielte.

Mit der Nationalmannschaft war Held bei der WM 1966 in England dabei. Er spielte in allen sechs Spielen, erzielte ein Tor gegen die Schweiz, und wurde am Ende Vizeweltmeister. Mit seinem kongenialen BVB-Sturmpartner Lothar Emmerich erwarb er sich (nach dem Europapokalsieg gegen Liverpool und der WM) bei der britischen Presse den Beinamen "the terrible twins", die schrecklichen Zwillinge.

Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Sigi Held als Trainer. Seine erste Station war ausgerechnet der FC Schalke 04, mit dem ihm 1983 der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelang. Es folgten weitere Stationen im In- und Ausland, u.a. bei Galatasaray Istanbul, Admira/Wacker Wien, Dynamo Dresden, Gamba Osaka und dem VfB Leipzig. Auch drei Nationalmannschaften trainierte er, nämlich Island, Malta und Thailand.

Bei der WM 2006 in Deutschland war er offizieller WM-Botschafter für die Stadt Dortmund, und seit dem 1. Januar 2007 ist er Fanbeauftragter bei Borussia Dortmund.

Auch denkwürdig: Am 5. Februar 1966 schoss Sigi Held als Erster überhaupt auf die Torwand des ZDF-Sportstudios.





Beim BVB: 1965 - 1971 und 1977 - 1979

Größte Erfolge:
WM: 1× Platz 2 1966 mit Deutschland
Pokal der Pokalsieger: 1× Sieger 1966 mit Borussia Dortmund

Anzahl Spiele/Tore für den BVB in
- Bundesliga: 230/44
- Europa-Pokal: 11/4
- DFB-Pokal: 18/4
Gesamt: 259/52

Anzahl Spiele/Tore in der Bundesliga: 422/72

Anzahl Spiele/Tore für die deutsche Nationalmannschaft: 41/5